Basiszinssatz

Der aktuelle Basiszinssatz bis 31.12.2016 beträgt nur noch -0,88% (negativer Zinssatz).

Der Basiszins bestimmt die Bezugsgröße für Verzugszinsen in Forderungsabrechnungen.
Bis 31.12.2001 bestimmte sich der Basiszins nach 1 des Diskontsatz-Überleitungs-Gesetzes, das inzwischen aufgehoben wurde (BGBl 2002, 1220).
Seit 01.01.2002 bestimmt sich der Basiszins nach 247 BGB (Art 229 7 I Nr.1 + II EGBGB).
Soweit es auf "Fälligkeiten" ankommt, ist nicht entscheidend, wann eine Forderung abgerechnet wurde, sondern wann sie erstmals abrechenbar entstanden ist.

Geldschulden, die bis 30.04.2000 fällig wurden, sind nach wie vor ab Verzug mit 4% (absolut) jährlich zu verzinsen.

Geldschulden, die ab 01.05.2000 fällig wurden, sind ab Verzug, spätestens 30 Tage nach Erhalt einer Rechnung, mit 5 Prozentpunkten* jährlich über dem Basiszinssatz (relativ) zu verzinsen (288 BGB).

Für Ansprüche aus Verträgen mit einem Verbraucher, die ab 01.01.2002 geschlossen wurden, gilt ein Verzugszinssatz von (unverändert) 5 Prozentpunkten* über dem Basiszinssatz ab vertraglich vereinbartem Verzug, spätestens 30 Tage nach Erhalt einer Rechnung, wenn in der Rechnung auf diese Rechtsfolge hingewiesen wurde ("Verbraucherhinweis").

Für Ansprüche aus Verträgen zwischen Unternehmern, die ab 01.01.2002 bis 28.07.2014 geschlossen wurden, gilt ein Verzugszinssatz von 8 Prozentpunkten* über dem Basiszinssatz ab vertraglich vereinbartem Verzug, spätestens 30 Tage nach Erhalt einer Rechnung.

Für Ansprüche aus Verträgen zwischen Unternehmern, die ab 29.07.2014 geschlossen wurden, gilt ein Verzugszinssatz von 9 Prozentpunkten* über dem Basiszinssatz ab vertraglich vereinbartem Verzug, spätestens 30 Tage nach Erhalt einer Rechnung. 
Für Ansprüche gegenüber Unternehmern aus Verträgen, die ab 28.07.2014 geschlossen wurden, kann ferner eine Verzugspauschale von 40,00 € erhoben werden. Allerdings muss diese Verzugspauschale auf Kosten einer Rechtsverfolgung (zB Inkassokosten, Rechtsanwaltsgebühren) angerechnet werden. 
Bei Dauerschuldverhältnissen (zB aus Gewerbemietverträgen) gilt dies aber erst für Ansprüche, die ab 01.07.2016 fällig werden .
Quelle: Gesetz zur Bekämpfung des Zahlungsverzugs, Überleitungsvorschrit Art 229 § 34 EGBGB.

Nach 104, 106 ZPO sind erstattungsfähige Prozesskosten
- ab Antragstellung bis 30.09.2001 mit 4% jährlich,
- ab Antragstellung seit 01.10.2001 mit 5 Prozentpunkten*
über dem Basiszinssatz zu verzinsen.

Der Basiszins beträgt
vom 01.05.2000 bis 31.08.2000 3,42%
vom 01.09.2000 bis 31.08.2001 4,26%
vom 01.09.2001 bis 31.12.2001 3,62%
vom 01.01.2002 bis 30.06.2002 2,57%
vom 01.07.2002 bis 31.12.2002 2,47%
vom 01.01.2003 bis 30.06.2003 1,97%
vom 01.07.2003 bis 31.12.2003 1,22%
vom 01.01.2004 bis 30.06.2004 1,14%
vom 01.07.2004 bis 31.12.2004 1,13%
vom 01.01.2005 bis 30.06.2005 1,21%
vom 01.07.2005 bis 31.12.2005 1,17%
vom 01.01.2006 bis 30.06.2006 1,37%
vom 01.07.2006 bis 31.12.2006 1,95%
vom 01.01.2007 bis 30.06.2007 2,70%
vom 01.07.2007 bis 31.12.2007 3,19%
vom 01.01.2008 bis 30.06.2008 3,32%
vom 01.07.2008 bis 31.12.2008 3,19%
vom 01.01.2009 bis 30.06.2009 1,62%
vom 01.07.2009 bis 31.12.2009 0,12%
vom 01.01.2010 bis 30.06.2010 0,12%
vom 01.07.2010 bis 31.12.2010 0,12% 
vom 01.01.2011 bis 30.06.2011 0,12%
vom 01.07.2011 bis 31.12.2011 0,37%
vom 01.01.2012 bis 30.06.2012 0,12%
vom 01.07.2012 bis 31.12.2012 0,12%
vom 01.01.2013 bis 30.06.2013 -0,13% (negativer Zinssatz)
vom 01.07.2013 bis 31.12.2013 -0,38% (negativer Zinssatz)
vom 01.01.2014 bis 30.06.2014 -0,63% (negativer Zinssatz)
vom 01.07.2014 bis 31.12.2014 -0,73% (negativer Zinssatz)
vom 01.01.2015 bis 30.06.2015 -0,83% (negativer Zinssatz)
vom 01.07.2015 bis 31.12.2015 -0,83% (negativer Zinssatz)
vom 01.01.2016 bis 30.06.2016 -0,83% (negativer Zinssatz)
vom 01.07.2016 bis 31.12.2016 -0,88% (negativer Zinssatz)
vom 01.01.2017 bis 30.06.2017 -0,88% (negativer Zinssatz, unverändert)
vom 01.07.2017 bis 31.12.2017 -0,88% (negativer Zinssatz, unverändert)

Der Basiszins kann sich zum 01.01. und 01.07. eines jeden Jahres verändern.

* Das Gesetz verwendet den Begriff "Prozentpunkte" und nicht "Prozent" oder "%".
Die  Steigerung wird also nicht berechnet mit zB 5% aus -0,83% = -0,0415% = insgesamt 4,9585% sondern richtig mit 5 Prozentpunkten + -0,83% = insgesamt 4,17%.
Nach Urteil des OLG Hamm vom 05.04.2005 (NJW 2005, 2238) ist ein falsch formulierter Klageantrag bzw Urteil bzw gerichtlicher Vergleich auf Zahlung von "% Zinsen über dem Basiszinssatz" von Antragsgegner, Gericht und Vollstreckungsorgan auszulegen auf Zahlung von "Prozentpunkten über dem Basiszinssatz" (im Zweifel ist also immer der gesetzliche Zinssatz gemeint und ist eine Falschbezeichnung unschädlich).